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Kamelientopf

Ausstellung in der Orangerie

Gefäßklang

Aufnahme der Gefäßklänge
 
 

Klanginstallation "Gefäßtanz" zur Ausstellung von Petra Töppe-Zenker



März/April 2014, Weimar, Schloss Belvedere, Orangerie: 8-Kanal-Audio-Installation zur Keramikausstellung der Ehefrau Petra Töppe-Zenker

Die Orangerie von Belvedere mit ihren vielfältigen Pflanzenformen lädt die keramischen Gefäße von Petra Töppe-Zenker ein, sich  in ihrem üppigen Grün niederzulassen.

Den leisen Schwung des Raumes folgend, begeben sich Gefäß und Pflanze in ein Zwiegespräch. Womöglich erkennt der Besucher Ähnlichkeiten in den Strukturen der Oberflächen, die sie ihrer Entstehung verdanken: „Alles Leben drängt von Innen nach Außen. So öffnet sich das Gefäß unter dem Druck meiner Hände, sucht sich seine Form und strukturiert seine Oberfläche fast von selbst – wie Baumrinde, eine wachsende Frucht. Bewegtes Leben, eingefroren im Brand, ein willkürlich von mir festgehaltener Zeitpunkt eines Arbeitsabschnittes, den ich manchmal vorher beenden könnte oder noch weiterführen müsste. Im besten aller Fälle treffe ich genau den richtigen Moment: Das Gefäß hat seine schönste Ausdehnung und Form erreicht.“ P.T.-Z.

Beim Wandeln auf den schmalen Weg begegnet dem Besucher zudem eine akustische Form. Im Grünen verborgen die Klanginstallation des Gitarristen und Klangkünstlers Falk Zenker, schenkt sie dem Raum die Eigenklänge der Gefäße. Mit Händen, Schlegeln und Bogen entlockt, tanzen sie aus acht Lautsprechern durch die Ausstellung in der Orangerie.

Eine Ausstellung der Galerie Profil (Weimar) in Zusammenarbeit mit der Klassik Stiftung Weimar in der jährlichen Reihe "Kamelie & Skulptur".


Audioklanginstallation "Puppenträume""Gefäßtanz" Hörfassung 4 min

Fernsehbeitrag zur Ausstellung folgt


Panorama


Panorama OTZ

INstrumente, später Film
 
 

Raumklangkomposition „Klangbad“ zu einem Panoramabild von Anthony Lowe


15-Kanal-Audio-Projektion für das Panoramabild im Flaschenturm des Renaissanceschlosses Altenburg seit September 2013
Dauerausstellung
Di-So 9:30-17:00 halbstündlich, Info: 03447-512712

"Der Komponist, Gitarrist und Klangkünstler Falk Zenker hat auf Einladung und Anregung von Anthony Lowe eine Klangkomposition geschaffen, die für das Betrachten des Panoramabildes im Flaschenturm des Altenburger Schlosses einen dramaturgischen Rahmen erzeugt.

Die Musik taucht das Bild in unterschiedliche Stimmungen, Tageszeiten, örtliche Bezüge und Emotionen. In genauester Abstimmung mit dem Licht erweckt es das 25 Meter lange Rundbild  regelrecht zum Leben. Erstes Vogelgezwitscher, das den neuen Tag ankündigt, Verkehrslärm, spielende Kinder, Grillenzirpen in der Sonne, Gewitter und prasselndes Regen bis hin zu dieser ganz bestimmten Abendstimmung mit den leisen Tönen.

Der Musiker Falk Zenker sammelte dafür Geräusche aus Natur und denjenigen Städten, die auf dem Bild dargestellt sind. Eine Authentizität der besonderen Art. Und er komponierte musikalische Impressionen bei seiner persönlichen Reise durch Mitteldeutschland. In seinem Studio in Kapellendorf spielte Falk Zenker die einzelnen musikalischen Impressionen eigenhändig ein. (Erg. FZ: Bassgitarre, Nylon-, Steelstring- und E-Gitarre, dem Banjo und der Ukulele, Udu, Große Trommel, Cajon, Shaker, Klanghölzer, Marimba, Glockenspiel, Heulschläuchen, singenden Säge.)

Jede Tageszeit und jeder Ort bekommt so ein ganz spezifisches Klangbild, das das bildnerische Schaffen von Anthony Lowe emotional ergänzt. Und gleichzeitig fügen sich die so hörbar gemachte Morgenstimmung, das Tagerwachen, das äußerst dramatisch in  Szene gesetzte Gewitter mit Regen, ein entspannter sonniger Nachmittag, ein tänzerischer Abendreigen und schließlich eine Traumszene zur Nacht zu einer melodisch begeisternden Gesamtkomposition zusammen. Übrigens beginnt sie mit demselben Ton wie das Stück endet nach einer 14-minütige Vorstellung.

Die Musik ist für diesen Raum und das Bild komponiert und akustisch mit einer speziellen Lautsprecherkonstellation in den Flaschenturm eingepasst. Aus zwei Lautsprechern in der Turmkuppel und einem Basslautsprecher im Keller breitet sich der Klang aufrecht, also vertikal, im Raum aus. Hinter dem Bild befinden sich zwei horizontale Kreise, die aus sechs Lautsprechern bestehen. Alle insgesamt 15 Lautsprecher werden einzeln gesteuert und teilen so Musik und Klänge im Raum auf oder lassen sie sogar kreisen und bewegen. So kann man Motorengeräusche hören und sieht, gelenkt durch die abgestimmte Lichtinstallation beispielsweise, wie sich unterhalb von Weimar ein Tross Oldtimer aufmacht, Thüringen zu durchqueren.

Es ist ein ungewöhnliches Klangerlebnis, das im Turm erzeugt wird. Fast ähnelt es einem „Klangbad“, das gar mehr zu bieten hat als ein mit sechs oder maximal acht Lautsprechern ausgestattetes Kino unserer Zeit. ... Die Komposition von Falk Zenker setzt in einem unendlichen Rund des Panoramas eine Anfang und einen Endpunkt. Gemeinsam mit der Lichtinstallation von Mario Bösemann aus Jena führt sie den Betrachter wieder heraus aus der schier unerschöpflichen Bilderwelt von Anthony Lowe. Und wenn die Vorstellung im Flaschenturm mit Musik, Licht und Bild endet, wartet außerhalb wieder die Realität, der man für 14 Minuten entfliehen durfte." 


Audioklanginstallation "Puppenträume""Klangbad" Hörfassung 11min


Kirche Isseroda


Innenraum Kirche Isseroda

Figuren von Margret Weise
 
 

Klanginstallation „Kausalkette“ zu einer Ausstellung von Margret Weise



September/ Oktober 2011 – Klanginstallation (6-Kanal-Audio) im Turm der Wenzelskirche Naumburg zu der Ausstellung
"Kausalkette - kleine Inszenierung mit Köpfen und Figuren aus gebranntem Ton" von Margret Weise

„Milchiges Licht durch gotische Fenster im hohen steinernen und unbehauenen Turmraum, das Ticken und plötzliche Rattern der Turmuhr darüber und resonierend im massiven mittelalterlichen Holzgebälk, gedämpfte entrückte Stadtklänge von außen, ein von Installateuren unlängst perfekt gezogenes Versorgungsband für die in der Turmspitze befindliche Türmerwohnung als einziges Indiz unserer Zeit, … in Mauernischen, auf Fensterbänken und Vorsprüngen eine fast unerschöpfliche Inszenierung unzähliger skurriler Wesen und Köpfe aus gebrannten Ton – Charakterköpfe, Archetypen, Fabelwesen, Wesenszüge in uns selbst?

Dieses Szenario mit Klang zu verlebendigen und eine weitere Spannungsebene und auch zeitliche Dimension für diese Ausstellung zu schaffen, war ich durch Margret Weise eingeladen. Ich durchzog den Raum mit einem Lautsprecherband mit sechs sich nach oben verkleinernden Boxen. Daraus skurrile Klänge, die sich nach oben bewegend erhöhen und beschleunigen, vielleicht in die Höhe des Raumes und in die Turmspitze davonfliegen. Natur- und Stadtsoundscapes dazwischen vermischen sich mit real vorhandenen Geräuschen der Umgebung und irritieren oder tauchen die Situation in verschiedene Handlungsräume. Eine spannende und schöne Arbeit für mich, eine Freude, dies für die national und international renommierte Keramikkünstlerin und enge Freundin Margret Weise tun zu dürfen und schließlich zahlreiche Besucher, die – einmal in der Ausstellung gefangen – den Raum nicht so schnell wieder verließen. (F.Z.)

Audioklanginstallation "Puppenträume"Klanginstallation zu „Kausalkette“ als Mikrofonaufnahme vor Ort
 
Kirche Isseroda

Puppenausstellung Sonneberg

Innenraum Kirche Isseroda
 
 

Audioklanginstallation „Puppenträume“ im Spielzeugmuseum Sonneberg 2010

 
8-Kanal-Audio mit Musik und Kinderstimmen zur Sonderausstellung
„Von Sonneberg in alle Welt. Armand Marseille und die Ära der Porzellankopfpuppen“
vom 13.05. bis 29.08. 2010, Die-So 9-17 Uhr

im Rahmen des Themenjahrs „250 Jahre Porzellanland Thüringen“

Für diese Ausstellung war ich eingeladen, die historischen Puppen aus dem ausgehenden 19. Jh., die heute übrigens begehrte Sammlerobjekte in der ganzen Welt sind, sinnlich erlebbar zu machen. Was lag näher, als sie zum Sprechen zu bringen?
Mit dem Sprecherensemble „nahörmal“/ Halle unter der Regie von Conny Wolter fand ich (neben meinen beiden eigenen Kindern) sieben aufgeweckte, improvisationsfreudige und gut ausgebildete Sprecherkinder, mit denen wir unzählige Sprachfragmente aus Sicht der Puppen improvisierten und aufnahmen. Genug Sprechmaterial um die sechs Vitrinen über darin verborgene Lautsprecher mit Kinderstimmenklang, Flüstern, Kichern, herzhaftem Lachen, Erzählen, Versteckspielen, Kinderreimen usw. zu füllen ... und die Wirkung ist verblüffend: Die Puppen scheinen wirklich zu leben! Zarter Klang aus Glockenspiel, Heulschlauch, Glöckchen und Kalimba, über Lautsprecher in die Glaskuppel des Museums projeziert, erschaffen dazu eine entrückte und traumwandlerische Atmosphäre.

Stimmen: Emma Telemann, Holdine Wolter, Jolande Blech, Sarah Bötscher, Karl Kargut, Mathilda Mathesius und Selma Giertler und außerdem Clara und Anton Zenker
 
Audioklanginstallation "Puppenträume" Audioklanginstallation „Puppenträume“



Fotogalerie "Gedehnter Raum"




Fotogalerie "Schalenklang"
 
 

Klanggefäße „Gedehnter Raum“ und „Schalenklang“ seit 2009

  entstanden zum internationalen Symposium „KlangForm“ 2009 Kapellendorf

„Gedehnter Raum 1, 2 und 3“

Keramik: Petra Töppe-Zenker / Klang: Falk Zenker
Raku, Paperclay bei 980°C, 2 mal Mono Audio mit bearbeiteten Tropfen- und Steinklängen

Petra Töppe-Zenker hat den Raum dieser Gefäße mit ihrer speziellen Dehntechnik des Materials Ton geschaffen. Falk Zenker spielt mit dem entstandenen akustischen Innenraum und dehnt ihn durch virtuelle Klangbearbeitung der projizierten Klänge zu noch größeren Räumen.
Als Klangmaterial wünschte sich Petra Wassertropfen- und Steinklänge, die jeweils aus einem versteckten Lautsprecher ertönen – entweder ganz nahe, umrahmt von der natürlichen Akustik des Gefäßes oder ganz fern, wie aus einer sehr tiefen, unsichtbaren Höhle.
Bei der Arbeit „Gedehnter Raum 1“ ist der Besucher eingeladen, durch seine eigene Stimme mit diesem Innenraum zu spielen.
 
"Gedehnter Raum2" Gedehnter Raum2
"Gedehnter Raum3" Gedehnter Raum3
 
„Schalenklang“


Keramik: Petra Töppe-Zenker / Klang: Falk Zenker
4 mal Paperclay, 980°C, 4-Kanal Audio mit aufgenommenen Eigentönen der Schalen

Bei „Schalenklang“ schuf Petra Töppe-Zenker 4 dünne Paperclay-Gefäße, deren Eigenklänge ihr Ehemann im Studio aufnahm. Die nun mit (nicht sichtbaren) Körperschalllautsprechern versehenen Schalen schwingen wie eine Membran und projizieren dabei ihre eigenen Töne – Stille umgrenzend, nach einem sich nie wiederholendem rhythmischen Prinzip und wie von Geisterhand gespielt.
 
"Schalenklang" Schalenklang
  Informationen und Symposiumsergebnisse aller teilgenommenen Künstler unter www.symposium-kapellendorf.de/2009

Ausstellungen:

27.06. - 26.07. 2009, Erfurt, Galerie Waidspeicher im „Kulturhof zum Güldenen Krönbacken“ 08.08. - 05.09. 2009, Erfurt, Umformtechnik „Anlass Bauhaus“

Kirche Isseroda

Kirche Isseroda

Innenraum Kirche Isseroda
 
 

Audioklanginstallation „alltäglich“ für die Kirche in Isseroda, seit 2009

 
6-Kanal-Audio mit modifizierten Alltagsgeräuschen (durch "Fourier Transformation" über Analyse eines Windglockenspiels)

Nach jahrelanger Arbeit am Gebäude – Dach, Fenster, Putz, Fußboden, Empore, Stühle, Elektrik, Farbe, Lichtarchitektur… – und einer 6-jährigen konzeptionellen Vorbereitung wurde am Sonntag, 13. September 2009, 17.00 Uhr, in der Kirche zu Isseroda die Audioklanginstallation „alltäglich“ eröffnet. Falk Zenker hat aus Tönen, die Konfirmanden im Dorf gesammelt haben, Klänge moduliert, die über 6 Lautsprechern aus luftiger Höhe das offene Kirchenschiff füllen.

Eine Klanginstallation lädt zum Hören ein. Hören ist Konzentration, Achtsamkeit und sich öffnen. Hören kommt nicht vom Lärm. Die Stimme, die berührt, kommt nicht durch den erhobene Zeigefinger („Pst!“), sie kommt auch nicht aus einem ‚Lautge­witter’. In der Bibel wird sie einmal „die Stimme eines verschwebenden Schweigens“ genannt. Re­sonanzraum ist die Kirche.

In der Vergangenheit war die Kirche das spirituelle Lebenszentrum der Menschen des Dorfes. Das ist heute und hier anders. Nur selten und von man­chen gar nicht wird die Kirche aufgesucht. Brau­chen Menschen heilige Orte? Wo hat Spiritualität im Alltag seinen Ort?

Um der Frage auf die Spur zu kommen, haben Konfirmanden mit einem Mikrofon über ein Jahr Klänge des Alltags in Isseroda aufgenom­men: Stimmen der Menschen in unterschiedlichsten alltäglichen Situationen, bei ihrer Arbeit, bei ihren sozialen Kontakten, in ihrer Ein- und Gemeinsam­keit, Geräusche der Natur und der Arbeit.

Der Klangkünstler Falk Zenker bearbeitete diese Geräusche und gestaltete daraus eine Klanginstal­lation in der Kirche, die diesem Raum gerecht zu werden versucht, einen Raum des Hörens schafft und gleichzeitig die Frage nach seinem Sinn stellt.

Es könnte klingen, als ob sie aus dem Unterbe­wusstsein und der Erinnerung zu Tage treten oder dahinein verschwinden; ganz vereinzelt, Stille und Aufmerksamkeit erzeugend; vielleicht auch plötzlich dicht und pulsierend, aber immer Raum gebend; sich vorsichtig in den Raum einfügend, mit ihm sprechend, ihn umschreibend, ihn klingen lassend; irritierend, verwundernd und fragend; durch die dünnen Fensterscheiben mit dem Alltag draußen kommunizierend, ihn hereinholend und wieder ver­treibend... Brauchen Menschen Spiritualität? Text: Pfarrer Christian Dietrich
 
"Gedehnter Raum2" DEMO Klanginstallation „alltäglich“
  Die dauerhafte Installation in der Kirche von Isseroda (zw. Weimar und Erfurt A7-Abf. Nohra) ist jederzeit auf Anfrage zu hören.
 
Haus Zuckerkandl

Historisches Foto
Bauplan Gropius
Bauplan W. Gropius
 
 

„Musik zum Haus Zuckerkandl“ zum Bauhausprojekt Augenklang Jena, 2009

 
Falk Zenker - Komposition, E-Gitarre, Liveelektronik, Soundscapes
Haus Zuckerkandl (Walter Gropius/ Adolf Meyer, Weinbergstr. 4a, Jena, 1927-28)


Im Rahmen des Projektes "Augenklang" (unter der künstlerischen Leitung von Kay Kalytta in Zusammenarbeit mit JenaKultur) zum Bauhausjahr in Jena waren acht Komponisten eingeladen, zu jeweils einem Gebäude der Bauhausära architekturbezogene Musik zu realisiseren. In Form eines Audiorundgangs können die Touristen diese Orte aufsuchen und über einen mp3-Player die Musik dazu hören. Hier mein Text aus dem Begleitkatalog:

"1. Entdecken
Wenn Sie von der Ebertstraße auf die Weinbergstraße stoßen, können Sie den Player aktivieren und gemeinsam mit der Musik das Haus Zuckerkandl entdecken.

Alle Töne und Klänge, die Sie hören (außer Ende „Erinnerungen“), errechnete ich aus den Außenmaßen der vier ineinander verschachtelten Baukörper des Gebäudes: Hauptquader, L-Körper, Küche und Wintergarten. Durch die Übertragung der Maße auf eine chromatische Tonleiter von 24 Halbtönen ab C (entspricht 12 m), erhielt ich Dreiklänge, von deren Harmonie ich selber überrascht war.

Für die weitere Dramaturgie meiner Komposition ließ ich mich durch die Raumdefinition von Walter Gropius aus seinen Vorlesungen zur Raumkunde 1921/22 inspirieren. Er definierte darin drei Räume: den äußeren materiellen, den vorstellbaren theoretischen und den eigenen gedanklichen Raum. Die drei folgenden Teile ordnete ich in gleicher Reihenfolge diesen Räumen zu, denn sie beschreiben das sichtbare Äußere, das für Sie leider unzugängliche Innere und Reflexionen zur Geschichte des Hauses.

2. Außen
Den nun in der Musik einsetzenden Rhythmus entnahm ich der Fassade, indem ich die Anordnung der Fenster wie eine Rhythmuspartitur las. Die Architektur wird sozusagen durch die Musik „verzeitlicht“ und schließlich „hören“ Sie alle vier Ansichten des Gebäudes gleichzeitig.

3. Innen
Fließende Klänge, aus den Außenmaßen des Gebäudes entnommen, umfangen vielleicht nun Ihre Vorstellung und führen diese in das Innere des Hauses. Hier beeindrucken Klarheit, edle Farbtöne, weite Blicke und praktische Wohnlichkeit.

4. Erinnerung
Die zum Teil noch originalen Möbel aus der Erbauungszeit lösen Erinnerungen an die Geschichte des Hauses und an das sicher fröhliche und genussvolle Leben darin aus.

Aber es drängt sich ebenso der Gedanke an die Vertreibung des Bauhauses und den Holocaust durch den Faschismus auf: Die jüdischen Bauherrin Therese Zuckerkandl und ihre Adoptivtochter Helene Langer, die mit ihren drei Kindern und Ehemann hier lebten, haben 1944 aus Angst vor einer drohenden Deportation Selbstmord begangen.

5. Außen und Innen
Die drei Enkelkinder von Therese Zuckerkandl konnten überleben. Eine von ihnen bewohnte das Haus bis Ende der 90iger Jahre und übergab es an die Familie Schwarze, die sich der vorbildlichen Restaurierung und Pflege der Bauhaustradition verschrieben hat.

Damit sind wir im letzten Satz, in dem vielleicht das Innen und Außen zum „fließenden Raum“ verschmilzt (Paul Klee), uns möglicherweise das Gebäude in seiner „Gleichzeitigkeit“ (Felix Auerbach) erscheint und sich alle drei Raumaspekte von Gropius in „geheimnisvollen Zusammenhängen“ zu einem „künstlerischen Raum“ vereinen?"

Falk Zenker, 18.02.09

Der Audiorundgang wird am 15. Mai 2009 zur Museumsnacht im "Volksbad" Jena mit einer konzertanten Aufführung der Werke eröffnet.
Geräteausleihe von 14. Mai bis November 2009 im Stadtmuseum Jena, Markt 7, Di-So 10.00 bis 15.00 Uhr.

 
"Musik zum Haus Zuckerkandl" (gekürzt) "Musik zum Haus Zuckerkandl" (gekürzt) 
Stadtmuseum: Audio-Parcours zum Bauhaus-Jahr Stadtmuseum Jena: Audio-Parcours zum Bauhaus-Jahr

Cyriakkapelle Erfurt
Cyriakkapelle Erfurt
 
 

Audioklanginstallation „Räume der Besinnung“ für die Cyriakkapelle Erfurt

 
6-Kanal-Audio-Installation zur Otto-Bartning-Ausstellung 2009

Die Cyriakkapelle der Evangelischen Predigergemeinde Erfurt ist eine Notkirche des Architekten Otto Bartning. Als Typenbauwerk "Diasporakapelle" konzipiert und produziert, hat sie über Deutschland verteilt ca. 30 Geschwisterkirchen, die alle zwischen 1950 und 1952 erbaut wurden. Otto Bartning stand dem Bauhaus sehr nahe und ist einer der bedeutendsten deutschen Kirchenarchitekten der Vor- und Nachkriegszeit. Im Bauhausjahr 2009 wurde ihm eine Ausstellung gewidmet, die von der OBAK Berlin in Zusammenarbeit mit der Kirchgemeinde und der Stadt Erfurt realisiert wurde. Ich war eingeladen, zu dieser Ausstellung einen klanglich-sinnlichen Erlebnisraum zu schaffen:

Ich entwickelte meditative Klänge mit E-Gitarre, Heulschläuchen und Liveelektronik, nahm diese auf und organisierte sie in verschiedenen Räumlichkeiten auf zwei Stereokanäle und einen Monokanal. Mit 4 Lautsprechern in den Ecken der Kapelle in Form zweier diagonaler Stereobilder und einem Monolautsprecher, der zentral im Dach aufgehängt nach oben ausgerichtet ist, werden mit diesen Klängen verschiedene Räume akustisch umgrenzt, projiziert, ineinander verschränkt und so über das Hören erlebbar gemacht - zum einen durch die Reflexionen im Deckenbereich der reale Innenraum der Cyriakkapelle, als auch mit Faltungshall virtuell erzeugte größere Kirchenräume, wie sie Otto Bartning darüber hinaus geschaffen hat. „Räume der Besinnung“ um „der inneren Stimme lauschen“ zu können, wie der Architekt selbst formulierte.

Räumlich asymetrisch aus der Kanzel (Kanal 6) erklingen dazu prägnante Ausschnitte einer Originalaufnahme mit Otto Bartning während seines Vortrages „Wort und Raum“ 1956 in Heidenheim - also, das Wort im Raum.

Ausstellung und Installation vom 11. April bis 17. Mai 2009, Die-Sa 11:00 - 17:00 und So 12:00 - 17:00
 
Audioklanginstallation „Räume der Besinnung“ Audioklanginstallation „Räume der Besinnung“

Herrenhaus Heinrichsruh

 
 

Audioklanginstallation „Räume erinnern sich“ 2008

 


Im Saal und angrenzenden Räumen das Herrenhaus Heinrichsruh in Mecklenburg-Vorpommern (bei Pasewalk)

These: Ein Haus speichert das Leben welches sich darin über Jahrhunderte hinweg abspielt. Besonders Wände, Nischen, Ecken und abseits liegende Räume „merken“ sich seine Schwingungen.

Das Herrenhaus wurde um 1750 erbaut und erlebte eine wechselvolle Geschichte. Seit 1997 wurde es von Mitgliedern des Denkmalpflegezentrum e.V. renoviert und mit neuem Leben gefüllt: Alltag, Feste und vor allem Musik in Form von Konzerten und Proben. Musik aus unserer Zeit oder aus vergangenen Zeiten, wie sie vielleicht auch hier schon früher erklungen ist.
Ich arbeitete in dieser Installation mit solchen „erinnerten Schwingungen“ in Form von Klängen. Es sind ausschließlich Klänge, die in diesen Räumen im Laufe der letzten Jahre bei Musikaufnahmen zufällig mitgeschnitten wurden: das Konzertpausengeschwätz des Publikums, Lachen, ambitioniertes Diskutieren in einer Musikprobe, intime Gespräche, entspannte Abendstimmungen, Alltagsgeräusche und natürlich Musik. Diese Klänge sollen als Metapher für alles bisher gelebte Leben in diesen Räumen stehen.
Ich sezierte sie in kleinste Bruchstücke und verfremdete sie mit elektroakustischen Gestaltungsmitteln, so, wie sie nach meinem Ermessen aus den steinernden Wänden und verputzten Holzdecken klingen könnten. Über sechs in den Räumen versteckte Lautsprecher werden diese Klänge schließlich projiziert, ohne dass ihre Klangquelle zu identifizieren ist.

Geheimnisvolle Klänge wispern aus den Wänden, Decken, Winkeln und Nischen, erzeugen Aufmerksamkeit und schaffen Assoziationsräume .. vielleicht auch für das gelebte Leben in diesem Haus.

Eröffnung am 09.12.08 mit einer Lesung von Blanche Kommerell, Finissage am 09.05.09 mit einem Solokonzert von F.Z.
Vom 9. Dez. 2008 bis 9. Mai 2009 kann die Installation täglich besucht werden (Voranmeldung empfohlen!)

www.kuenstlerhaus-vorpommern.de

Das Projekt wurde unterstützt von der Kulturstiftung des Bundes

 
Radiobeitrag des NDR Radiobeitrag des NDR, 2,5 min

Krypta Göllingen

Krypta in der Klosterruine Göllingen
Klosterruine Göllingen
 
 

Klanginstallation „Singende Glocken“, seit 2007

 
In der Krypta der mittelalterlichen Klosterruine Göllingen
bei Bad Frankenhausen/ Thüringen


„Nach teilweiser Zerstörung in der Reformationszeit und Umnutzung als Landgut und schließlich als Konservenfabrik in der DDR-Zeit führte die um 1006 geweihte Benediktinerabtei ein klägliches Dasein. Nun endlich ist dieser bemerkenswerte Ort wieder aus dem Dornröschenschlaf erweckt und mit Teilrekonstruktion und einem Kunst- und Multimediakonzept der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden.
Ich erhielt den Auftrag, für die romanische Krypta, die zu den schönsten in Thüringen gezählt werden darf, eine dauerhafte Audioinstallation zu erarbeiten. Dafür nutzte ich als Klangmaterial mittelalterliche Kirchenglocken und benediktinische Gebetsgesänge, die seit mehr als 1200 Jahren bis in die Gegenwart fast unverändert gesungen werden und auch an diesem Ort über Jahrhunderte erklangen.
Die Gesänge konnte ich in der Krypta selbst aufnehmen - bei einer Vesper, die 2006 von Mönchen der Benediktinerabtei Münsterschwarzach und der Propstei St. Wigberti Werningshausen gehalten wurde. Historische Glocken aus der Zeit des Klosters fand ich im Glockenmuseum Apolda (Anfang 12. Jh.) und im Merseburger Dom (11. Jh., 12. Jh., um 1300, 2x 1458, 1479, 1538). Ich bespielte sie bei der Aufnahme selbst, um ihnen ganz bewußt ihre innewohnende Harmonik zu entlocken.
Nun bearbeitete ich Gesangsausschnitte, stimmte sie zur Harmonik der einzelnen Glockenklänge und projizierte sie in deren natürliches Verklingen...
Das Verklingen führt in die Stille eines zurückgewonnenen heiligen Raumes und vielleicht in sich selbst?“ F.Z.

Auf Initiative von Günther F. Chmielus und Dr. Helge Wittmann, in Zusammenarbeit mit Bennert Monumedia und der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, gefördert durch Leader+
 
Klanginstallation "Singende Glocken" Klanginstallation "Singende Glocken"

Die Ruine sollte täglich geöffnet haben, eine Überprüfung der Öffnungszeiten
empfehle ich trotzdem. (www.kloster-goellingen.de)

Christus-Pavillon

Christus-Pavillon


F.Z. im Christus-Pavillon

F.Z. im Christus-Pavillon
 
 

„Innenklang“ im Christus-Pavillon, Kloster Volkenroda

 
Klangkomposition zu einem Text von Meister Eckhart aus den Eigenresonanztönen des Christus-Pavillons, 2004

Ort:
„Der von Meinhard von Gerkan entworfene Kirchbau war auf der Expo 2000 in Hannover der Pavillon der evangelischen Kirche. Seit 2001 hat der Christus-Pavillon seinen endgültigen Platz im Kloster Volkenroda bei Mühlhausen/ Thüringen gefunden, betreut von der evangelischen „Christusbruderschaft“.
Der Kubus besteht aus einem Stahlgerippe mit transparenten Marmorplatten, durch die das Tageslicht in all seinen Variationen dringt. Fensteröffnungen in der Decke gewähren den Blick in den Himmel.
Im Rahmen des Projektes „Kunst in Kirchen 2004“ des Kunstwestthüringer e.V. war ich eingeladen, eine Installation für diese Kirche zu realisieren.“ F.Z.

Über die Arbeit:
„Die klare Raumstruktur des Christus-Pavillons und die eingebaute hervorragende Tonanlage, bestehend aus einem System von insgesamt 12 Lautsprechern, ermöglichten es mir, mit den Eigenresonanzen des Raumes zu arbeiten. Das sind all die Töne, deren Wellenlänge ein Vielfaches der Länge/Breite und der Höhe des Kubus bilden. Mit einem Mikrofon und den Lautsprechern der Tonanlage erzeugte ich sogenannte Rückkopplungen ebendieser Töne. Mit Hilfe einer dazwischen geschalteten Klang- und Effektbearbeitung konnte ich diese Töne kontrollieren und gestalten – ich spielte sozusagen auf dem Raum’.
Diese vor Ort erschaffenen Klänge nahm ich auf und organisierte sie zu einer Klangkomposition inspiriert nach dem Text „Lausche auf das Wunder!“ des mittelalterlichen Mystikers Meister Eckhart.
Wieder im Raum abgespielt ist die zweikanalige Komposition so angelegt, dass sie sich über das Lautsprechersystem, den natürlichem Hall und die Eigenresonanz zu einem dreidimensionalen Klanggebilde entfalten kann.
`Innenklang´ im Sinne des akustischen Eigenklangs im Pavillon und im Sinne des Textes von Meister Eckhart.“ F.Z.

„Lausche auf das Wunder!
Wie wunderbar: draußen stehen und drinnen, begreifen und umgriffen werden, schauen und das Geschaute selbst sein, halten und gehalten werden – das ist das Ziel,
wo der Geist in Ruhe verharrt, in der Einigkeit mit der lieben Ewigkeit.“
Meister Eckhart (um 1260 – 1328)


 
Klangkomposition "Innenklang" Klangkomposition „Innenklang“ (leicht gekürztes Originalband)
 
Nutzung:

Die Klangkomposition (11min) wurde von August bis Oktober 2004 im Rahmen von „Kunst in Kirchen 2004“ präsentiert. In der Zukunft verbleibt sie als dauerhafte Arbeit im Pavillon. Sie wird als liturgische Musik für Meditationen genutzt und kann auf Wunsch jederzeit gehört werden.

(Mai-Oktober, Di-So 11-17 Uhr, Voranmeldung 036025/5590, www.kloster-volkenroda.de)

Konzertante Aufführung am 08.09.2007 zum
6. Internationalen Kulturfestival im Kloster Volkenroda "Junge Kunst"
und Klangumrahmung des Festivals

Als Konzertversion auf der CD "Neue Horizonte", Komponisten aus Thüringen, 2007 veröffentlicht.

imaginata Schalthalle

Schalthalle
 
F.Z. bei der „Spurensuche“

F.Z. bei der „Spurensuche“
 
 

„Klangspuren“ in der Imaginata Jena

 
Klanginstallation in der Schalthalle des ehemaligen Umspannwerkes Jena, 2004

Ort:

„Über die original erhaltene Schalthalle wurde die Umgebung von Jena 1929 – 1992 mit Strom versorgt. Heute steht der Klinkerbau im Bauhausstil unter Denkmalschutz und ist Teil der Imaginata Jena (www.imaginata.de), die mich einlud, diesen Ort zu bespielen.“ F.Z.

Über die Arbeit:
„Ich beschloss, Klänge von noch funktionstüchtige Maschinen, die mit Strom aus dem Umspannwerk betrieben wurden, an den Ort ihres früheren Verursachers zurückzubringen. Ich begab mich auf `Spurensuche´ und nahm die Geräusche von alten Druck- und Strickmaschinen, Drehbänken, einer Mühle, einem Sägewerk, einer Schmiede, von Landwirtschaftsmaschinen, der historischen Straßenbahn von Jena und einer ehemaligen Schlosserei auf. Daraus extrahierte und filterte ich 16 Klangdetails. Die Nähe zu Tiergeräuschen war dabei beabsichtigt und fügt sich ausgezeichnet zu dem milchigen Licht, dem verstaubten Transformatorenwald und der Stille des verlassenen Industrietempels.

In die 3 Etagen der weitläufigen Halle, die durch Öffnungen klanglich miteinander verbunden sind, installierte ich 16 - nicht sichtbare - Lautsprecher. Aus ihnen erklingen die Klangdetails in jeweils anderen, sehr großen und gleichmäßigen Abständen. Wie unterschiedlich schnelle Drehbewegungen von Maschinen wechselnde Rhythmen erzeugen, bilden die Klangsplitter eine endlose Kombination von rhythmischen Strukturen - aber in Zeitlupe und sich selbst permanent neu komponierend. Aus der rhythmischen entsteht eine organische und scheinbar lebendige Struktur. Die Klänge beschreiben den akustischen Raum der Schalthalle und nutzen ihn gleichzeitig als komplexen und mehrschichtigen Resonanzkörper. Sie erzeugen Stille und Aufmerksamkeit. Aufmerksamkeit für den Raum und seine Umgebung, für seine heutige Bedeutung und für die `Spuren´ aus der Vergangenheit.“ F.Z.

Nutzung: April bis Juni 2004

 
"Klangspuren" „Klangspuren“ Mikrofonaufnahme
  Fernsehbeitrag Jena-tv „Mittendrin“, 2004
 
Fernsehbeitrag, JenaTV, WindowsMediaPlayer WindowsMediaPlayer, 14mb
Fernsehbeitrag, JenaTV, Quicktime Quicktime, 11mb
 













Weiße Schirme, Licht und Klänge [+]
 
 

Installationen aus weißen Schirmen, Licht und Klängen

 
Objekt- und Klanginstallation in Zusammenarbeit mit Petra Töppe-Zenker (erstmals 2000)

Die Installation ist für Außenräume als flüchtige Aktion konzipiert, die vertraute natürliche Umgebung plötzlich verwandelt. Die auf den Kopf gestellten und bearbeiteten weißen Schirme scheinen wie überdimensionale Blüten auf einer Wiese oder auf Wasser zu schweben. Am Tag in reinem Weiß in natürlicher Umgebung, zur Dunkelheit illuminiert und umliegende Bäume, Gebüsch und Gebäude beleuchtend, beziehen die weißen Schirme die Umgebung als Kulisse in die Installation ein. Klänge dringen aus verborgenen Lautsprechern rings um die Installation, bilden ein sich immer wieder neu komponierendes mehrdimensionales Klangstück und scheinen die Schirme zu wundersamen Wesen zu verlebendigen. Das Publikum wandelt in einer fantastischen Klang- und Bilderwelt.

„Poetische Installationen aus weißen Regenschirmen mit fragilen Kronen aus Drahtgeflecht oder Federn. Erleuchtet, scheinen ihnen geheimnisvolle Kräfte inne zu wohnen.“
Thüringer Landeszeitung, Christiane Weber, 13.08.2000
„Reinweiße, auf den Kopf gestellte Schirme in kunstvoller Gestaltung, die durch originelle Toncollagen miteinander schwatzten und im Dunkeln wie Blumen der Unschuld aussahen“
Potsdamer Neueste Nachrichten, 13.08.2008
 
Audio-Klanginstallationen im Schlosspark Audio-Klanginstallationen im Schlosspark
 
Die mobile Installation wurde bisher realisiert:
2000 – 28.05. 1125 Jahre Kapellendorf, Burggraben der Wasserburg
2000 – 11./12.08. „Landschaften“ auf Schloss Ettersburg/ Weimar
2003 – 23.08. Kunstfest Weimar (Eröffnung im Goethepark)
2003 – 28.09. 850 Jahre Kirchweih Schloss Goseck/ Naumburg
2008 – 30.08. 4. Schlossnacht, Caputh
2010 - Eberswalde, Forstbotanischen Garten, PurPur
2011 – Kloster Veßra (Thüringen), Museumsnacht
2015 - "Lichtträume" im Park am Gellert Museum Hainichen
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„4/8/1 - Tagebuch, März/ April 2003“ , Falk Zenker

 
Elektroakustische Komposition für Instrumentalquartett auf 8 CD-Spielern

Uraufführung zu den Weimarer Frühjahrstage für zeitgenössische Musik 2003

Konzept:
1. Das Ensemble spielt einige Zeit vor der Aufführung nach einer Partitur Klang –Ton- und Geräuschereignisse unterschiedlichen Charakters ein.
2. Diese Ereignisse werden durch den Komponisten elektronisch bearbeitet, in einzelne Tracks zerschnitten und auf mehreren CDs organisiert.
3. Die Komposition gelangt zur Aufführung durch die selben Ensemble-Mitglieder, die nun nach einer Partitur auf jeweils 2 CD-Player ihre eigenen Klänge „spielen“ – das heißt, die Player starten, stoppen, weiterspulen, das Volumen verändern und somit die Klangereignisse zeitlich und dynamisch strukturieren. Zwischen dieser Kontrolle des Musikers und dem Klangergebnis liegt jedoch der Zufallsgenerator, der sich aus einem vom Komponisten festgelegten Reservoir (entsprechende CD für jeden Abschnitt) selber Klangereignisse auswählt und wiederum den Musiker überrascht und beeinflusst.

Über die Arbeit:
„Mit diesem Kompositionsprinzip gehe ich den Versuch ein, die Ebenen von live gespielter Musik, deren Reproduktion durch CD und elektroakustischer Komposition zu verknüpfen.
- Der Musiker spielt „seine Klänge“ auf einem CD-Player nach einer Partitur. Er bleibt Akteur, die Erzeugung der Klänge jedoch wird unsichtbar.
- Der CD-Player als Speichermedium wird zum gespielten Instrument und zeitweise selbst zum Improvisator, „dirigiert“ durch den Musiker.
- Elektroakustische Musik wird live gespielt und durch den Zufallsgenerator und die Spontaneität der Musiker zu einem einmaligen und nicht wiederholbaren Klangereignis.
- Durch die räumliche Positionierung der CD-Spieler entstehen Klangbewegungen.
Inhaltlich reflektiert diese Komposition die Situation um den beginnenden Irakkrieg, der sich im März/ April 2003 anbahnte und begann.“ F.Z.

 
Klangtor


Klangtor
 
 

Klangtor

 
Klangskulptur, in Zusammenarbeit mit Petra Töppe-Zenker, September 2002

„Im Rahmen des Symposiums „Klangkunst – Kunstklang“ des Verbandes Thüringer Kunsthandwerker e.V. im September 2002 schuf meine Frau Petra Töppe-Zenker ein begehbares Tor von ca. 4,50m Höhe. Die Skulptur besteht aus montierten Blechkörpern – Restposten einer Firma für Belüftungssysteme im Schiffsbau.
Ich verwandelte das Objekt meiner Frau in eine Klangskulptur. Aus eingebauten Lautsprechern im Torbogen und in der Schwelle ertönen Klänge, die der im Tor stehenden Person den Eindruck vermitteln, als ob „Klangregen“ aus luftiger Höhe an ihr vorbei und durch sie hinweg in unergründliche Tiefen rieselt. Die Blechteile dienen dabei als Resonanzkörper und ermöglichen die ungewöhnliche vertikale Klangbewegung.“ F.Z.

Bisherige Ausstellungen:

07./08.09.2002 Bechstedtstraß, Ort des Symposiums
14.09.–06.10.2002 Erfurt, Galerie im Haus Krönbacken
08.–31.10.2002 Hagen, Freilichtmuseum

Ankauf und Festinstallation seit Juni 2003:

Imaginata Jena, Umspannwerk, Löbstedter Str. 67, 0 36 41-88 99 20
(Besichtigung Mai–Oktober So von 10–18Uhr, in der Woche gegen Voranmeldung)
www.imaginata.de

 
Klangtor: „Gold- und Pechregen“ Klangtor: „Gold- und Pechregen“
Das Klangtor ist auch in dem MDR-Fernsehbeitrag „Thüringen klingt“ zu sehen. Einen Filmausschnitt können Sie bei [über] anschauen.

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Kyffhäuser-Denkmal

Kyffhäuser-Denkmal
 
 

Klanginstallation im Kyffhäuserdenkmal „Wie weit reicht der Blick?“

 
12.Juli. – 08.September. 2002

Ort:
Das Kyffhäuser-Denkmal befindet sich in Thüringen bei Bad Frankenhausen. Es wurde als Nationaldenkmal zu Ehren Kaiser Barbarossas und Kaiser Wilhelms I. von 1890-1896 auf den Ruinen der mittelalterliche Reichsburg Kyffhausen errichtet.

Über die Arbeit:
Eine Klanginstallation verwandelte den Innenraum des Denkmalturms in eine begehbare Klangskulptur. Aus 14 Lautsprechern ertönten in Endlosschleife Klangstrukturen, die mit Soundscapes aus London, Florenz und Granada verwebt waren. Die sich ständig zueinander verändernden Klänge zeichneten akustisch die Struktur des Innenraums nach und hinterfragten gleichzeitig die monumentale Architektur und die Symbolkraft einer vergangenen Epoche.
Schließlich führten die Klänge hinauf zu einer großartigen Aussicht über Natur, Städte und Dörfer.... Wo liegt eigentlich Florenz, London und Granada? Wie weit reicht unser Blick?

 
Audioklanginstallation: „Wie weit reicht der Blick?“ Audioklanginstallation: „Wie weit reicht der Blick?“
 
Hartmut Topf, DeutschlandRadio
„Falk Zenker hat für das Kyffhäuserdenkmal eine Klanginstallation geschaffen, die das Monument dröhnenden Patriotismus und Barbarossakults in verfremdeter Spielart mit Fundstücken aus exotischen Klängen, Erinnerungstönen aus Landschaften und Metropolen Europas durchwirkte... Er verzaubert Landschaften und entzaubert falschen, faulen Zauber... Der rotbärtige Kaiser in seiner Höhle, der Schnurbart, der Spitzbart, alle Bärte sollten zittern bei so neuen, so ungeahnten Klängen im Turm.“

 

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Stiftung Gedenkstätten

KZ Buchenwald
 
 

Klanginstallation in einem Buchenwald

 
1999

12-Kanal-Klanginstallation in einem Waldstück neben dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald bei Weimar, entstanden im Rahmen eines Workshops mit europäischen Freiwilligen zur Aufarbeitung der Geschichte des Konzentrationslagers.
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